KI im Wandel Nov. 2025

Die KI ändert sich so schnell, dass eine Aussage bereits in einigen Tagen überholt ist.

KI Kopf

KI Kopf

KI ändert sich rasant schnell

Was ist KI?

Künstliche Intelligenz (KI) beschreibt die Fähigkeit eines IT-Systems, menschenähnlich und intelligent zu handeln. Diese Definition fasst den Kern prägnant zusammen, ohne sich in langen Erklärungen zu verlieren.

Im Alltag spielt KI bisher eine kleine, aber allgegenwärtige Rolle: Sie begegnet uns in Google Assistant, Siri, Amazon Echo, Navigationssystemen, Schachprogrammen oder Anwendungen wie ChatGPT. Sie reicht von einfachen Hilfen bis zu spezialisierten Aufgaben wie Gesichtserkennung oder der Generierung von Bildern und Filmen.

Die Entwicklung der KI verläuft derzeit so sprunghaft wie die Weltpolitik – und löst nicht nur Begeisterung aus. Doch eines ist sicher: KI wird die Welt verändern, ähnlich wie die Dampfmaschine vor über 300 Jahren.

Industrielle Revolution

Ein Blick auf die Meilensteine technischer Revolutionen zeigt, wie tiefgreifend solche Innovationen wirken:

  • 1698: Dampfmaschine
  • 1764: Textilmaschinen
  • 1775: Weiterentwicklung der Dampfmaschine
  • 1804: Erste Eisenbahn
  • 1830: Telegraf (veränderte Märkte und Eisenbahnverkehr)
  • 1860: Verbrennungsmotor
  • 1863: Druckpressen
  • 1876: Telefon
  • 1879: Elektrische Glühlampe
  • 1913: Fliessband (Ford)
  • Ab 1920: Elektrifizierung von Industrie und Haushalten
  • 1947: Beginn der Mikroelektronik
  • 1989: World Wide Web
  • 2000: Internet für alle
  • 2007: Smartphone (iPhone)
  • 2023: KI für alle

Diese Entwicklungen lassen sich in Revolutions-Wellen einordnen:

  1. Industrielle Revolution (ca. 1760–1870): Dampf, Textilmaschinen, Eisenbahn, Eisen/Stahl.
  2. Zweite Industrielle Revolution (ca. 1870–1914): Elektrizität, Chemie, Verbrennungsmotor, Telefon.
  3. Dritte Industrielle Revolution (ca. 1970–2000): Elektronik, IT, Automatisierung, Internet.
  4. Vierte Industrielle Revolution (2000er– bis gestern): Datenökonomie, Internet der Dinge, additive Fertigung, Energie-Digitalisierung.
  5. Heute: Die KI-Revolution.


KI ist keine vorübergehende Mode. In den kommenden Jahren wird sie eine zentrale Rolle übernehmen.

Was bedeutet das für uns?

Ich kenne Menschen, die sich Smartphones und Computern verweigern. Für sie wird es in Zukunft schwerer, sich zu behaupten. Studien zeigen: Künstliche Intelligenz verdoppelt ihre Fähigkeiten alle sieben Monate. Bis Mitte 2029 soll es sich um das 2000-Fache verbessern.

Start ChatGPTVerdopplung 7 MonateStart ChatGPTVerdopplung 7 Monate
15.11.22
28.05.2664
17.06.23229.12.26128
18.01.24431.07.27256
21.08.24803.03.28512
24.03.251604.10.281024
25.10.253207.05.292048

Doch das heisst: Was heute gilt, ist morgen schon veraltet. Das führt zur nächsten Frage.

Wer entwickelt diese Künstliche Intelligenz?

Bei bedeutenden Machine-Learning-Modellen liegen die USA mit 61 Projekten weit vorn. Europa folgt mit 18, China mit 15. Doch Handelskonflikte bremsen China: Die USA haben ein Exportverbot für KI-Prozessoren verhängt, und China behindert die Chip-Produktion durch Ausfuhrbeschränkungen von seltenen Erden.

Welche Anbieter sind gerade aktuell

Hier gehts zum PDF

Welchen Einfluss hat die KI in der Politik

Wir sind uns bewusst, dass China seine KI-Modelle zensiert. In den USA bestraft Trump Unternehmen, die demokratische Werte vertreten, mit finanziellen Nachteilen. Firmen mit rechtsextremen Ansichten beschuldigen andere Firmen gleichzeitig der politischen Voreingenommenheit.

Elon Musk und Grok/Grokipedia:
Elon Musk hat mit „Grok“ ein eigenes KI-Modell auf den Markt gebracht, das als weniger „woke“ und angeblich weniger zensiert beworben wird. Mit „Grokipedia“ versucht er offenbar, eine Alternative zu Wikipedia zu schaffen, die nach seiner Darstellung weniger politisch gefärbt sein soll. Kritiker sehen darin jedoch eher eine Plattform, die rechten Ansichten mehr Raum gibt und Faktenprüfung lockerer handhabt.

Wie erleben wir die KI?

Eine Umfrage der Coaching-Plattform BetterUp und der Stanford University unter 1150 US-Vollzeitkräften zeigt: 40 Prozent erhielten im letzten Monat sogenannte KI-Workslop-Inhalte. Der Begriff beschreibt von KI generierte Texte, die zwar professionell wirken, aber oft an Substanz, Qualität und Tiefe fehlen. Viele Befragte vermuteten, dass diese Inhalte von KI stammen. Besonders betroffen sind die Branchen Technologie und professionelle Dienstleistungen.

Das ist normal, wenn neue Technik eingeführt wird. Nach einer Übergangsphase wird KI alltäglich, und ihre Fähigkeiten verbessern sich stetig. Doch prüfen Sie die Aussagen der KI mit einer Websuche. Manche Chatbots nennen ihre Quellen, andere – wie ChatGPT – nur gelegentlich. Seien Sie auf Halluzinationen gefasst: frei Erfundenes, das entsteht, weil KI keine echte Intelligenz ist, sondern Wörter nach statistischen Wahrscheinlichkeiten aneinander reiht.

Wie nutzen wir KI?

Mit der richtigen Fragetechnik arbeiten Sprachmodelle präzise. Sie brauchen klare Anweisungen. Für Einsteiger oder Eilige bietet der Prompt-Assistent ai.27.com von Philipp Hübner praktische Unterstützung. Eine weitere Hilfeseite QuillBot.

Beispiel

Einen KI-Chatbot zu nutzen, ist einfach. Besuchen Sie eine Webseite wie

duck.ai
google.com – Auf den Stern klicken für KI
Perplexity.ai – Zeigt die Quellen an
You.com
Deepl für besseres Deutsch
ChatGPT auf Deutsch
Brave – Auf den Stern klicken für KI

oder einen anderen Anbieter und stellen Sie eine Frage, etwa: Wie ist das Wetter in der Schweiz im Sommer? Oft ist keine Registrierung nötig – Sie können sofort starten.

Bessere Ergebnisse erzielen Sie mit einem präzisen Prompt. Der Begriff Sommer ist ungenau, da sich das Wetter in Juni, Juli und August stark unterscheidet. Ein genauerer Prompt wäre: Wie ist das Wetter in der Schweiz in der ersten Augusthälfte?

Auch bei der Ortsangabe lohnt sich Genauigkeit. Das Wetter im Tessin unterscheidet sich deutlich vom Berner Oberland. Geben Sie zudem an, was Sie vorhaben, etwa Wandern. Der Begriff Wetter ist ebenfalls vage. Fragen Sie stattdessen nach durchschnittlichen Temperaturen und Regentagen in einem bestimmten Zeitraum und Gebiet.

Formulieren Sie eine klare Aufgabe und nennen Sie Ihr Ziel, zum Beispiel eine E-Mail, eine Gliederung oder einen Aufsatz für die 7. Klasse. Noch bessere Antworten erhalten Sie, wenn Sie die Zielgruppe angeben, etwa für eine Familie mit Kindern oder für wanderfreudige Senioren.

Sind die Antworten zu allgemein, geben Sie der KI eine Rolle: wie ein Lehrer, wie ein Fachredakteur oder wie ein Bergführer. So liefert der Chatbot professionellere Ergebnisse. Fragen Sie nach, wenn Sie unzufrieden sind.

Lassen Sie sich unklare Punkte erklären und – besonders wichtig – überprüfen Sie die Aussagen der KI mit einer Websuche. Manche Chatbots nennen ihre Quellen (Perlexity), andere wie ChatGPT tun dies nur selten. Rechnen Sie mit Halluzinationen – also frei erfunden. Diese entstehen, weil es sich nicht um echte Intelligenz handelt, sondern um Algorithmen, die Wörter nach statistischen Wahrscheinlichkeiten aneinanderreihen.

Beispiel eines guten Promts

Prompt-BestandteilFunktionBeispiel
Rolle:Gib der KI eine PerspektiveDu bist ein Experte in deutscher Sprache, spezialisiert für Verse
Ziel:Sag, was erzeugt werden sollSchreib ein Gedicht für Senioren, welche einen Computerkurs besuchen
Thema:Leg den Inhalt festWöchentliche Teilnahme, Themen sind Windows, Office, Bildbearbeitung, Datenverwaltung, Security, Smartphone und KI
Stil / Ton:Steuert Sprachebene und TonalitätIm Stil von Wilhelm Busch
Format / Grösse / Limite:Gib klare Rahmenbedingungen5 Strophen in 4 Zeilen

Hier ein Arte TV Beitrag

Wer sich der KI Überwachung entziehen will, kann sich bei der Republik anmelden für einen Newsletter, um zu lernen, wie man sich schützen kann.

Links zum Thema