Linux mit dem USB-Stick testen

Linux gefahrlos auf dem Rechner testen.

Zum Glück gibt es den Präsidenten Trump. Er zeigt uns eindrücklich, wie gefährlich die Abhängigkeit von den grossen Tech-Vasallen sein kann. Zölle, Flugzeuge, Fliegerabwehr, Einreisebeschränkungen, Offenlegung aller Daten bei der Einreise oder eben Software. Alles kann und wird vom Regime in den USA in Frage gestellt.

Deshalb wird in Europas Regierungen endlich die Frage gestellt, wem gehöhren meine Daten?

  • Auf dem Papier uns, in der Realität nicht mehr.
  • Natürlich hoste ich keine Militärgeheimnisse, jedenfalls nicht für alle Zugänglich.
  • Schon die ersten zwei Zeilen in diesem Artikel, können dazu führen, dass mir die Einreise die USA verweigert wird, obwohl ich seit 1977 ein unbeschränktes Einreise-Visa für die USA besitze.

Softwareseitig haben wir die Möglichkeit uns vom Trump Regime und seinen Tech-Vasallen etwas abzugrenzen. Anstatt Windows oder iOS (Apple) auf unseren Geräten zu installieren, gibt es seit über 30 Jahren das freie Betriebssystem (OS) Linux in verschiedenen Varianten. Die unglaubliche Anzahl an Distributionen ist ein Vorteil für Insider und eine grosse Hemmschwelle für den Rest der Welt. Vom einfachen Fahrrad bis zum Formel 1 Auto ist eben alles Verfügbar. Für Einsteiger ist das Formel 1 Auto sicherlich überdimensioniert und nur für wenige Rennfahrer geeignet. Die Abstimmung wird für jeden Einsatz geändert. Der Vorteil ist, dass es optimal abgestimmt ist für den jeweiligen Einsatz.

Für Otto Normalverbraucher ist ein Fahrrad auch nicht ganz optimal, muss man doch den Berghinauf ziemlich strampeln und bei der Passabfahrt sind die engen Kurven nicht für alle ein Genuss. Genau so verhält es sich mit den verschiedenen Linux Distributionen. In der Fahrschule hat der Fahrlehrer meist ein ganz normales Auto, die Auswahl beschränkt sich auf den Antrieb (Elektro, Benzin oder Diesel).

Bei Linux gibt es Distros, welche für Einsteiger gut geeignet sind. Im Moment empfehle ich Linux Mint Cinnamon Edition. Die entsprechende ISO Datei einfach runterladen, Diese Distribution ist ähnlich zu Benutzen, wie das bekannte Windows und erleichtert den Umstieg ungemein. Natürlich, wer bis jetzt nur Fahrrad (Windows) gefahren ist hat auf den ersten Kilometern etwas Hemmungen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit funktioniert es jedoch ganz passabel und nach einiger Zeit fühlt man sich viel Sicherer und die Frage kommt auf, warum bin ich nicht schon viel früher umgestiegen.

Um den Umstieg auf Linux zu wagen, empfiehlt es sich zuerst einen USB-Stick (8 GB oder Grösser) vorzubereiten (natürlich kann man auch eine DVD brennen, wenn ein solches Gerät noch verfügbar ist). Dazu hat es auf der Windowsebene zwei Programme welche uns dabei unterstützen.

  • Rufus  rufus-4.14p.exe das p ist für Portable, damit lässt sich eine ISO Datei auf einen USB Stick installieren
    • Rufus installiert eine ISO-Datei so auf den USB-Stick, dass nach einem Neustart direkt vom USB-Stick gestartet werden kann.
  • Ventoy Datei lässt sich ebenfall Portable ausführen.
    • Der Vorteil von Ventoy ist, dass man mehrere ISO Dateien (Betriebssysteme) auf den USB Stick kopieren kann, bis dieser voll ist. Ventoy erstellt eine Bootpartition auf dem USB Stick und eine zweite Partition, auf welcher man verschiedene ISO Dateien kopieren kann. Nach dem Start wird das gewünschte Betriebssystem ausgewählt (Linux / Windows in allen Varianten).

Damit man vom USB Stick Booten kann, muss meistens im Bios oder UEFI, die Bootreihenfolgen geändert werden.

  1. USB Rom (oder etwas ähnliches, je nach Hersteller)
  2. Die jetztige C: Platte

Die Einstellung wird fast immer mit der F5 / F6 Taste nach oben / unten verschoben, danach mit der F10 Taste die Einstellug speichern und verlassen. Dies kann gefahrlos verändert werden und und muss nicht mehr angepasst werden.

  • Ist der vorbereitete USB-Stick angeschlossen, dann wird vom USB gebootet, sonst wie immer vom Laufwerk C: das Windowssystem.

Den USB Stick anschliessen und wenn alles funktioniert, sollte mit Rufus / Ventoy, das jeweilige Linux gestartet werden. Mit Ventoy kann man auswählen, welche ISO Datei gestartet werden soll (auch ISO von Windows funktioniert damit). 

Nach kurzer Zeit, abhängig von der Geschwindigkeit des USB-Sticks (empfehlenswert ist USB 3 oder besser) kommt man zur Sprach-, Länder- und Tastaturauswahl. Je nach der Menge des Ramspeichers und des USB Sticks, reagiert das Betriebssystem schneller / langsamer. 

Damit kann man jetzt Linux zuerst einmal testen, ohne das Änderungen am Computer vorgenommen werden. Absolut gefahrlos. Man kann nichts falsch machen.

Nach einem Neustart, ohne USB Stick kommt man automatisch wieder zur aktullen Installation (Windows) zurück. Am Computer wurden keine Änderungen vorgenommen. 

  • EFI-Systempartition (ESP): Speichert die Dateien zum Starten des PCs. Grösse: etwa 512 MB bis 1 GB als Format: FAT32. [12]
  • Root-Partition ( / ): Hier liegt das Betriebssystem und alle Programme. Grösse: mindestens 15 bis 20 GB. Format: ext4. [1234]
  • Home-Partition (/home): Hier werden Ihre persönlichen Dateien, Bilder und Einstellungen gespeichert. Sie ist besonders praktisch bei einer Neuinstallation. Grösse: der restliche verfügbare Speicherplatz. Format: ext4. [12345]
  • Swap-Partition: Ein Auslagerungsspeicher. Dient als Erweiterung des Arbeitsspeichers. Größe: oft so groß wie der verbaute RAM. Format: Linux Swap.

Unter Linux werden die Laufwerke nicht als  C: / D: etc. erkannt, sondern

  • die 1. Harddisk (oder alternativen) wird als /dev/sda bezeichnet,
    • die erste Partition dementsprechend /dev/sda1
    • die zweite Partition /dev/sda2 (die erste Harddisk, 2. Partition)
  • die  2. Hardisk wird als /dev/sdb erkannt
    • die erste Partition dementsprechend /dev/sdb1 (zweite Harddisk, 1. Partition)
    • die zweite Partition dementsprechend /dev/sdb2 (zweite Harddisk, 2. Partition)

Hier ein kurzer Abriss über die verschiedenen Bezeichnungen der Speicher unter Linux. Die Namen der Festplatten. Die / sind auf Unix Systemen Plicht.

  • SATA-Festplatten und SSDs: /dev/sda  (Harddisk 1) /dev/sdb (Harddisk 2)  /dev/sdc (Harddisk 3)
  • NVMe-SSDs: /dev/nvme0n1/dev/nvme0n2
  • USB-Sticks oder SD-Karten: /dev/sdd oder /dev/mmcblk0 auch andere Bezeichnungen sind möglich

Die Buchstaben a – z bezeichnen die jeweilige Festplatte oder bei neueren Geräten den NVMe Speicher
Eine Zahl 1 – n kennzeichnet die Partition auf dem jeweilgen Speichergerät.

In der grafischen Oberfläche sucht man nach Datenträger. damit werden alle angemeldeten Datenträger angezeigt.

Mit der Tastenkombination: Strg + Alt + T wird ein Terminal geöffnet

  • Mit lsblk -f erhält man detaillierte Informationen (Dateisysteme, UUIDs, Speicherort etc.)
  • Mit sudo lshw -class disk -short werden die Laufwerke (Hersteller, Modell oder Modellnummer) angezeigt.
  • Die Speicherplatz Belegung wird mit df -h angezeigt

Ein Youtube Film zeigt alles zum Partionieren unter Linux.

Verschiedene Linuxdistributionen kann man direkt im Browser testen: https://distrosea.com/de/

Für die ersten Gehversuche mit Linux ist im Moment Linux Mint die Cinnamon Edition die erste Wahl. Dies ist in der Anwendung ähnlich wie Windows.

Eine weitere Linux Distro, welche sogar Windows unterstützt (kostenpflichtig Fr. 30.00, nach 30 Tagen) https://www.winux.is/.

Weitere Informationen finden man hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Linux-Distributionen

Wer unbedingt Windows Programme benutzen will / muss kann Winboat installieren. Entweder die App unter Linux hinuter laden und installieren oder mit folgden Befehlen im Terminal

flatpak remote-add --if-not-exists flathub https://flathub.org/repo/flathub.flatpakrepo
flatpak install com.freerdp.FreeRDP

Unterstützung gibt es in den jeweilgen Foren der Distros und in den Linux User Groupen 

Alternativ kann man Windows und Linux gleichzeitig installiert haben. Beim Starten wird das gewünschte Betriebssystem (OS) ausgewählt. Damit hat man das Weggli und den Fünfer (altes Sprichwort). Die Installation funktioniert nicht bei allen Computerherstellern gleich. Einige Hersteller haben diese Möglichkeit deaktiviert, damit niemand auf die Idee kommt zusätzlich neben Windows auch Linux zu installieren. Googel ist in diesem Fall eine grosse Hilfe.