| Begriff | Bedeutung | Herkunft | Beispielsatz |
| Steuerbord | rechte Seite eines Schiffes in Fahrtrichtung | „Steuer“ (Ruder/Lenkeinrichtung) + „Bord“ (Schiffsseite). Historisch lag das Ruder seitlich rechts am Heck, daher wurde diese Seite als „Steuerbord“ bezeichnet. Verwandt mit altengl. steorbord (engl. starboard), niederl. stuurboord, skand. styrbord. | Ein Fischerboot kommt an Steuerbord querab auf uns zu. |
| Backbord | linke Seite eines Schiffes in Fahrtrichtung | Aus niederländisch bakboord, niederdeutsch backbord. Wahrscheinlich von „bak“ = Anlege-/Arbeitsseite gegenüber der Steuerseite. Im Englischen wurde larboard wegen Verwechslungsgefahr mit starboard offiziell durch port ersetzt. | Die Fähre passiert uns an Backbord. |
| Luv | dem Wind zugewandte Seite | Aus niederländisch loef = windzugewandte Seite. Von derselben Wurzel stammen „anluven“ (zum Wind hin drehen) und engl. luff. | Wir verlagern die Crew auf die Luvseite, um mehr Aufrichtmoment zu bekommen. |
| Lee | dem Wind abgewandte Seite | Aus niederländisch lee und engl. lee, germanische Wurzel für „Windschatten, windabgewandt“. Leesite ist die geschützte Seite, aber beim Überbordgehen kritisch, weil alles nach Lee verdriftet. | Wir werfen den Rettungsring an der Lee-Seite. |
| voraus | vorn vor dem Bug | Adverb „voraus“ = vorweg, vorne liegend. Im nautischen Sinn der Raum vor dem Bug. | Ein Containerschiff liegt drei Meilen voraus. |
| achtern | hinten, im Bereich des Hecks | Von „hinten/achter“ = rückwärtig. Bezeichnet den achteren Teil des Schiffes. | Am Abend sitzen wir gern achtern im Cockpit. |
| querab | genau seitlich (90° zur Fahrtrichtung) | Aus „quer“ (rechtwinklig) + alter Partikel „ab“. In der Peilsprache der Punkt bei 90°/270° relativ. | Die rote Tonne liegt jetzt querab an Steuerbord. |
| achteraus | weiter hinter dem Schiff | „achtern“ + „aus“ = nach hinten hinaus. Bezeichnet alles, was hinter dem Schiff liegt. | Das Segelboot bleibt achteraus zurück. |
| stromauf | gegen die Strömung | „Strom“ (Flussströmung) + „auf“ (hinauf). Typisch in Binnenrevieren. | Stromauf brauchen wir mehr Motorleistung. |
| stromab | mit der Strömung | „Strom“ + „ab“ (hinab). Erleichtert Fahrt, beeinflusst aber Manöver. | Stromab machen wir über 10 Knoten über Grund. |
| in See | auf dem Meer, ausserhalb des Hafens | Feste Wendung: „in See gehen“ = auslaufen, auf das offene Meer fahren. | Das Schiff ist seit zehn Tagen in See. |
| auf Reede | auf offiziellem Ankerplatz vor einem Hafen | „Reede“ von niederl. rede = sicherer Ankerplatz vor einem Hafen. | Wir liegen auf Reede und warten auf den Lotsen. |
| im Fahrwasser | innerhalb der betonnten Fahrrinne | „Fahrwasser“ = für Schiffe vorgesehener, betonnt markierter Wasserstreifen. | Bleib im Fahrwasser, ausserhalb wird es schnell flach. |
| ausserhalb des Fahrwassers | ausserhalb der markierten Rinne | Meist flacher und potenziell gefährlich für tiefgehende Schiffe. | Mit unserem Tiefgang sollten wir nicht ausserhalb des Fahrwassers fahren. |
| am Wind | Segelkurs möglichst dicht gegen den Wind | Spezielle Kursbezeichnung in der Segelpraxis. Boot läuft schräg gegen den Wind, um Höhe zu gewinnen. | Am Wind läuft unsere Yacht besonders gut. |
| halber Wind | Segelkurs mit Wind seitlich (ca. 90°) | Sehr schneller Kurs, Segel werden günstig angeströmt. | Bei halbem Wind kommen wir zügig voran. |
| raumer Wind | Wind von schräg hinten | Zwischen halber Wind und vor dem Wind. Angenehm und oft schnell. | Mit raumem Wind rollt das Schiff etwas, läuft aber gut. |
| vor dem Wind | Wind von achtern | Reiner Rückenwind, Segel weit ausgestellt oder Schmetterling/Spi. | Vor dem Wind setzen wir den Spinnaker. |
| hoch am Wind | sehr dicht am Wind | Segelt nahe an der Grenzlinie, bei der Segel nicht mehr sinnvoll tragen. | Zu hoch am Wind verlieren wir Fahrt. |
| Rumpf | Schiffskörper ohne Aufbauten | Aus ahd. rumpf = Torso, Stumpf. Übertragen auf den „Körper“ des Schiffes, der den Auftrieb liefert. | Der Rumpf wird im Dock neu gestrichen. |
| Bug | vorderer Teil des Schiffes | Von ahd. buh / mhd. buoch, verwandt mit „Bogen“. Beschreibt die nach vorn gebogene Form des Schiffsvorderteils. | Die Bugwelle schlägt weit nach vorn. |
| Heck | hinterer Teil des Schiffes | Aus ahd. hec = Zaun, hinterer Abschluss. Im Schiffbau der hintere Abschluss des Rumpfs. | Am Heck montieren wir die Badeplattform. |
| Kiel | Längsträger an der Unterseite des Schiffes | Altnord. kjölr, ahd. kil = Balken, Längsträger. Bildet das „Rückgrat“ des Schiffes. | Das neue Schiff wurde gestern auf Kiel gelegt. |
| Deck | horizontale Ebene („Stockwerk“) des Schiffs | Aus niederl. dek = Bedeckung; verwandt mit „decken“. | Bei Regen ist das Deck rutschig. |
| Oberdeck | oberstes durchgehendes Deck | „ober-“ + „Deck“; oberste freie Ebene. | Auf dem Oberdeck hat man die beste Aussicht. |
| Hauptdeck | wichtigstes, tragendes Deck | Konstruktiv starkes, durchgehendes Deck mit Strukturfunktion. | Das Hauptdeck muss absolut dicht sein. |
| Schanzkleid | erhöhte Bordwand über dem Deck | „Schanz“ (Wehr, Schutz) + „Kleid“ (Verkleidung). Dient als Spritz- und Schutzwand. | Das Schanzkleid hält die Gischt ab. |
| Bordwand | Seitenwand des Rumpfes | „Bord“ + „Wand“. | Die Bordwand ist durch Fender gegen die Kaimauer geschützt. |
| Freibord | Höhenabstand von Wasserlinie zu Deck/Bord | „frei“ + „Bord“. Sicherheitsmass gegen Überflutung. | Das Freibord ist bei voller Beladung gering. |
| Cockpit | vertiefter Arbeits- und Aufenthaltsbereich im Heck | Aus engl. cockpit, ursprünglich Kampf- oder Arbeitsstand. | Im Cockpit werden die Schoten bedient. |
| Niedergang | Treppe/Abstieg in den Innenraum | Dt. Wort „nieder“ (hinunter) + „Gang“. | Der Niedergang ist steil, halte dich gut fest. |
| Luk | Öffnung im Deck | Luke | Aus niederländisch/dänisch luik; bedeutet Luke, Öffnung. |
| Reling | Geländer an Deck | Eingedeutscht aus engl. railing. Schutz vor Über-Bord-Fallen. | Lehnt euch nicht zu weit über die Reling. |
| Mast | senkrechter Träger für Segel, Antennen etc. | Germanisches Erbwort (ahd. mast). Früher aus Holz, heute oft Metall oder Carbon. | Der Mast ist 18 Meter hoch. |
| Grossmast | grösster Mast eines Schiffes | „Gross“ = Haupt-/grösster; meist mittschiffs. | Am Grossmast hängen Grosssegel und Radar. |
| Fockmast | vorderer Mast eines Mehrmasters | Nach dem daran geführten Focksegel benannt. | Der Fockmast ist etwas niedriger als der Grossmast. |
| Besanmast | achterer Mast bei Ketsch/Yawl | Von Besan = hinteres Segel; romanischer Ursprung (frz. bezan). | Am Besanmast fahren wir ein kleines Besansegel. |
| stehendes Gut | alle festen Abspannungen des Masts | „Gut“ in Seemannssprache = Tauwerk. Stehendes Gut: Wanten, Stage, Püttinge. | Das stehende Gut wird auf Risse kontrolliert. |
| laufendes Gut | alle beweglichen Leinen zum Bedienen der Segel | „laufend“ = beweglich. Umfasst Schoten, Fallen, Reffleinen usw. | Das laufende Gut wurde gegen neue Leinen ersetzt. |
| Want | seitliche Drahtseile, die den Mast halten | Aus niederl. want. Seitliche Abspannung gegen Winddruck. | Die Wanten stehen in der Bö unter hoher Spannung. |
| Stag | Draht/Tau zur Abspannung in Längsrichtung | Aus niederl. stag, engl. stay. Vorstag, Achterstag, Backstag. | Das Vorstag trägt die Fock und stützt den Mast nach vorn. |
| Vorstag | Stag nach vorn, zum Bug | „Vor-“ + „Stag“. | Wir spannen das Vorstag etwas nach. |
| Achterstag | Stag nach hinten, zum Heck | „achter-“ (hinten) + „Stag“. | Mit dem Achterstag trimmen wir die Mastbiegung. |
| Backstag | schräg nach achtern laufende Abspannung | „Back“ (seitlich/hinten) + „Stag“. | Beim Halsen müssen wir das Backstag umsetzen. |
| Pütting | Befestigungspunkt des stehenden Guts am Rumpf | Aus niederl. putting; Metallbeschlag, im Rumpf verbolzt. | Am Pütting tritt manchmal Korrosion auf. |
| Grossbaum | Spar, an dem das Unterliek des Grosssegels befestigt ist | „Baum“ = Spier; trägt das Unterliek. | Achte auf den Grossbaum bei der Halse. |
| Gaffel | schräger Spar für den oberen Rand des Gaffelsegels | Aus niederl. gaffel = Gabel; gabelartige Führung am Mast. | Das Gaffelsegel wird an einer langen Gaffel gefahren. |
| Rah | quer zum Mast liegender Spar für Rahsegel | Aus niederdeutsch/niederl. ra. Typisch für Grosssegler. | Die Matrosen arbeiten hoch oben in den Rahen. |
| Spinnaker | bauchiges Vorwindsegel | Etymologie unsicher; verbreitete Theorien reichen von „spinning acre“ bis zu Wortspielen im Regattasport. Grosses Leichtwindsegel für Kurse vor dem Wind. | Im Regattafeld fahren alle mit Spinnaker. |
| Fock | Vorsegel am Vorstag | Aus niederdeutsch/niederländisch fok; Segel am Fockmast/Vorstag. | Wir wechseln von der Genua auf die Fock. |
| Genua | grosses, überlappendes Vorsegel | Benannt nach der Stadt Genua (Genova), wo solche Segel in den 1920/30ern im Regattasport populär wurden. | Mit der grossen Genua laufen wir bei Leichtwind besser. |
| Sturmfock | kleines, robustes Vorsegel für Sturm | „Sturm“ + „Fock“. Hergestellt aus sehr stabilem, oft orangefarbenen Tuch. | Bei 8 Bft fahren wir nur noch Sturmfock und Trysegel. |
| Trysegel | kleines Sturm-Grosssegel | Vom engl. trysail; sehr kleines, robustes Ersatzgrosssegel. | Wir setzen das Trysegel, um das Schiff auch im Sturm steuerfähig zu halten. |
| Kombüse | Schiffsküche | Aus niederl. kombuis, vermutlich über frz. cambuse (Vorratsraum/Küche). | In der Kombüse wird gerade gekocht. |
| Kajüte | Wohn-/Schlafraum an Bord | Vom frz. cahute = Hütte, Baracke; im Seewesen kleiner abgeschlossener Raum. | Die vordere Kajüte ist etwas enger als die Achterkabine. |
| Kabine | Passagier- oder Mannschaftsraum | Aus frz. cabine, ital. cabina; allgemeiner Begriff für kleinen Raum. | Wir haben eine Kabine mit Bullauge nach draussen. |
| Messe | Essraum der Besatzung | Von lat. mensa = Tisch; im Militär/auf Schiffen Speiseraum. | Um 12 Uhr ist Essen in der Mannschaftsmesse. |
| Salon | Aufenthaltsraum (v.a. auf Yachten) | Aus frz. salon = Empfangsraum. | Wir sitzen im Salon und planen den nächsten Schlag. |
| Backskiste | Sitzbank mit Stauraum (oft im Cockpit) | „Back“ (abgedeckte Kiste) + „Kiste“. | Die Fender liegen in der Backskiste. |
| Bilge | tiefste Stelle im Rumpf, wo Wasser sich sammelt | Aus niederl./engl. bilge; möglicherweise mit „Bauch“ verwandt. | Die Bilge sollte im Idealfall trocken sein. |
| Knoten (Geschwindigkeit) | Seemeilen pro Stunde | Einheit aus alter Loggenmessung: Knoten in der Log-Leine pro Zeit. 1 Knoten = 1 sm/h ≈ 1,852 km/h. | Wir fahren mit 6 Knoten durchs Wasser. |
| Anker | Gerät zum Festhalten des Schiffs am Grund | Aus ahd. anchara, über lat. ancora aus griech. ánkȳra = Haken, Anker. | Wir werfen den Anker in 5 m Tiefe und geben genügend Kette. |
| Klampe | Beschlag zum Belegen von Leinen | Etymologie unklar, wohl germanisch; Metall- oder Holzbock mit zwei Hörnern. | Beleg die Vorleine ordentlich auf der Klampe. |
| Poller | massiver Pfosten zum Festmachen | Aus niederl. polder/poller; allgemein Pfahl. | Wir legen die Achterleine um den Poller. |
| Palstek | Knoten mit fester Schlaufe | Dt. „Stek“ (Stich) + unklarer erster Teil, evtl. aus „Paal“ (Pfahl). Standardknoten für Festmacher. | Mit einem Palstek machst du eine sichere Schlaufe. |